“Royal Corgi“: 10 überraschende Fakten über den Hunde-Kino-Hit

Was "Royal Corgi - der Liebling der Queen" mit Donald Trump (nicht) zu tun hat / Warum Welsh Corgis „königliche“ Hunde sind / Und was die Royal Corgis mit James-Bond-Darsteller Daniel Craig angestellt haben.

Hundeblog mit bloggendem HundHallo zusammen, ich bin´s wieder, Dietmar der bloggende Terrier. Heute bin ich als Kino-Kritiker unterwegs. Okay, ich sollte „unterwegs“ und „Kritiker“ besser in Anführungsstrichen setzen. Denn natürlich habe ich „Royal Corgi – Liebling der Queen“ nicht gesehen (als Hunde-Senior sehe ich ohnehin nicht mehr allzu viel, aber egal). Wie euch bekannt sein dürfte, sind Kinobesuche von Hunden in Deutschland generell nicht erlaubt – nicht mal dann, wenn es sich um einen Hunde-Zeichentrickfilm handelt. Aber weil ich ein Recherche-Terrier bin, stelle ich euch im Folgenden „Royal Corgi – Liebling der Queen“ trotzdem vor – und zwar, indem ich zehn selbst gestellt Fragen, die mehr oder weniger mit dem Film und seinem Thema zu tun haben, höchstpersönlich beantworte.

1.) Hätten die nicht einen Parson Russel Terrier wie mich oder zumindest einen Dackel oder Labrador als Film-Held auswählen können? Diese Rassen sind doch international viel bekannter als der Corgi.

Man trifft die Welsh Corgis hier in Deutschland eher selten – das stimmt. Aber der Titel des Films sagt ja schon, wo die „Reise“ hin geht. Corgis haben in England einen „königlichen“ Status. Schon 1933 bekam Queen Elizabeth, damals sieben Jahre alt, gemeinsam mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Margaret von ihrem Vater King Georg VII ihren ersten Corgi, den sie Dookie taufte. Und als Elizabeth 18 wurde, erhielt sie eine Corgi-Hündin namens Susan, die sie besonders ins Herz schloss – so sehr, dass diese sie 1947 nach der Heirat mit Prince Philip auf ihre Hochzeitsreise begleiten durfte.
Alles was du über den Film "Royal Corgi" wissen musst
Die Welsh-Corgi-Vorliebe der britischen Königsfamilie führte dazu, dass sie selbst züchteten. Die Nachkommen von Corgi-Mutter Susan avancierten zur königlichen Corgi-Dynastie. Queen Elizabeth soll zeitweilig bis zu 30 Corgi-Exemplare besessen haben. Einige von ihnen waren übrigens gar keine „richtigen“ Corgis, weil die Royals zwischenzeitlich den Dackel Pipkin von Elizabeths Schwester Margaret in der Zucht zum Zug kommen ließen – so entstand der „Dorgi“.

Kurios: Die Royals haben mit den „Dorgis“ also schon „Hybridhunde“ gezüchtet, als von Mischungen wie Goldendoodle, Labradoodle, Cavapoo oder Cockapoo noch gar keine Rede war. 2015 stellte die Queen die Corgi-Zucht ein, um nach ihrem Tod keine Corgi-Waisen zu hinterlassen. Whisper, der letzte Corgi der Queen, starb im April 2018. Zwei königliche Corgis sind immer noch am Leben. Ihre Namen: Vulcan und Candy.

2.) Warum turnt Donald Trump mit seiner Gattin Melania im Film rum? Ein Marketing-Gag?

Klar, Hillary Clinton hätten die Macher vermutlich nicht ins Drehbuch hineingeschrieben. Aber Donald Trump als Bösewicht – das zieht immer. Man hätte ja auch Kim Jon-Un oder einen der iranischen Mullahs als Bösewicht nehmen können, aber denen würde dann natürlich der Glamor-Faktor einer Melania fehlen. Okay, zugegeben, wir haben die tiefhängende Trump-Frucht auch gepflückt und das Foto von ihm und Melania und der Präsidentenhündin Mitzi (ein Texas Corgi) als Titelbild für diesen Blog-Beitrag ausgewählt. Und gebt es zu: Vielleicht habt Ihr ja gerade deswegen auf diesen Artikel geklickt.
Szene aus "Royal Corgi": Hunde als Chefs im Buckingham Palace
Wobei man sagen muss, dass Trump im Film nicht mit Namen genannt, sondern nur als der "amerikanische Präsident" bezeichnet wird – vermutlich aus rechtlichen Gründen. Die Trump-Szene passiert nach rund zehn Minuten – und ist schnell erzählt: Donald und Melania kommen mit Mitzi auf Staatsbesuch in den Buckingham Palace. Mitzi soll zur Zucht eingesetzt werden und braucht dafür offenbar dringend einen Deckrüden, und als die Queen vorschlägt (natürlich drückt sie das vornehmer aus als ich), diesen Job könne doch ihr Lieblingscorgi Rex übernehmen, ergreift er die Flucht – und beißt dabei aus Versehen den US-Präsidenten.

3.) Worum geht es jetzt eigentlich in „Royal Corgi – Liebling der Queen“? Das ist doch kein Trump-Film, oder?

Der erwähnte Rex, Lieblingscorgi der Queen, fällt in Ungnade. Als Streuner kämpft er sich auf Londons Straßen durch, landet in einem Straßenhund-Asyl. Dort muss er sich gegen den bulligen Anführer Tyson durchsetzen und verliebt sich in die Hundedame Wandy. Der Film zeigt, wie der ehemals schnöselige Rex versucht, zurück in den Königspalast zu gelangen, und dabei eine Läuterung durchmacht. Was natürlich – bis zum Happy End – mit diversen Hindernissen verbunden ist.

Liebesszene aus "Royal Corgi"

4.) Es ist also doch ein Kinder-Film? Oder eher was für Fans des englischen Königshauses?

Nein, der Film richtet sich in erster Linie an Kinder, und die Trump-Szene dauert auch nur fünf Minuten. Erwachsene werden den Film in der Regel als Begleiter ihrer Kinder anschauen, und für sie gibt’s hier und da Anspielungen aus der Pop- und Kinowelt. Den Zuschauern wird eine universelle Botschaft über den Wert von Freundschaft vermittelt. Leser von Bunte, Gala, Neue Post und Neue Welt dürften aber durchaus besonderen Spaß am Royal-Hintergrund der Geschichte haben.

Der Wert von Freundschaft: "Royal Corgi"

5.) Die Szenen-Fotos sehen ziemlich aufwendig das. Das ist natürlich ein Disney-Film, oder?

Nein, es ist eine belgisch-britische Produktion, und die Regisseure heißen Ben Stassen und Vincent Kesteloot. Stassen hat bereits mit 3D-Animationsfilmen wie „Robinson Crusoe“ Aufsehen erregt und gilt als ein führender Experte in diesem Genre. Trotzdem sind die Animationsfilme von Disney vermutlich noch einen Tick "perfekter", weil das Budget größer ist.

6.) Was hatte eigentlich Lady Di für ein Verhältnis zu den Corgis der Queen?

Lady Di alias Princess Diana nannte die Corgi-Truppe im Palast “The moving carpet” ("Fliegender Teppich"), weil die Hunde ständig zwischen den Beinen rumwuselten.

7.) Was für ein Corgi-Erlebnis hatte James-Bond-Darsteller Daniel Craig?

Craig war 2012 in einem Sketch zu sehen, in dem er anlässlich der Eröffnung der Olympischen Spiele in London die Queen in seiner Rolle als James Bond aus dem Palast abholt. Dabei wird er quasi von Corgis eskortiert. Die Hunde rennen immer wieder ins Bild, so als wäre sie die eigentlichen Chefs im Buckingham Palace.

8.) Welche Corgi-Würdigung lieferte die Queen 2016 zu ihrem 90. Geburtstag?

Die Queen ließ sich samt ihrer Hunde (zwei Corgis und zwei Dorgis) von der Fotografin Annie Leibovitz für das Vanity-Fair-Cover ablichten. Die Corgis waren also schon weit vor dem aktuellen Kino-Film große Stars.

9.) Gibt´s jetzt auch in Deutschland einen Corgi-Boom?

Bisher sind Corgis eher selten in Deutschland. Seitdem „Royal Corgi“ im Kino läuft steigt die Nachfrage. Vorsicht: Der Corgi ist kein Schoßhund, sondern ein Hütehund. Schaut euch dazu mal an, was eine Züchterin im SWR-Fernsehen sagt.

10.) Und wie reagieren die Briten auf den Film?

Mal abwarten: In Großbritannien läuft „Royal Corgi“ erst ab dem 5. Juli 2019 an – und zwar unter dem Titel „The Queen´s Corgi“.

 Foto-Credits: https://www.wildbunch-germany.de/movie/royal-corgi-der-liebling-der-queen

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